Elektroroller
Die Geschichte der motorisierten Zweiräder geht genauso weit zurück wie die der Automobile. Genau genommen sogar noch weiter: Schließlich gab es schon, bevor Carl Benz seinen Patent-Motorwagen erfand, ein motorisiertes Zweirad, das nach einem ähnlichen Prinzip funktionierte. Über die Jahre entwickelten sich die Zweiräder dann zu einem unverzichtbaren Verkehrsmittel, insbesondere nach Ende des Zweiten Weltkriegs, als kaum Automobile in Deutschland zur Verfügung standen, bis hin zum Spaß- und Freizeitgerät, das sie noch heute verkörpern. Eine Form von Zweirädern hat dabei innerhalb der letzten 20 Jahre einen wahren Siegeszug in der ganzen Welt gefeiert: die Motorroller.
In den südlichen Ländern Europas wurde der Motorroller bereits in den fünfziger Jahren publik, als Vespa mit seinen ersten Modellen auf den Markt kam und große Erfolge feiern konnte. Die knatternden Zweiräder gehörten fortan fest zum Straßenbild von Ländern wie Italien, Spanien oder Griechenland. In Deutschland dauerte der Erfolg indes etwas länger, zunächst waren die Motorroller als Mädchen- beziehungsweise Frauenmobile verrufen und wurden von Männern eher mitleidig belächelt. Auch bei Jugendlichen erfreuten sich Motorroller bis etwa Mitte der neunziger Jahre nur geringer Beliebtheit. Dies änderte sich schlagartig, als aus dem schnöden Fortbewegungsmittel mit etwas altertümlichem Charme plötzlich ein trendiges Fahrzeuge wurde, das gerade die junge Generation immer mehr begeisterte.
Heute gehören Motorroller bei Teens und Twens einfach dazu, es gibt sie in unzähligen verschiedenen Modellvarianten von etlichen Herstellern. Ähnlich wie beim Automobil muss allerdings auch hinsichtlich des Motorrollers klar sein, dass die natürlichen Ressourcen an Erdöl in gar nicht allzu langer Zeit zur Neige gehen werden, so dass auch hier die Entwicklung alternativer Antriebsmethoden immer mehr gefordert ist. Ein Produkt dieser Entwicklung sind Elektroroller, die es nun schon seit einigen Jahren auf dem Markt gibt. Auch wenn die ersten Modelle dieser Art noch relativ unausgereift waren, befinden sich mittlerweile einige Roller im Angebot, die durchaus als voll alltagstaugliches Fahrzeug dienen können. Wie auch bei den Automobilen dienen bei Elektrorollern als Stromspeicherquelle ein- beziehungsweise mehrere Akkus, die nach dem Leerfahren zunächst wieder aufgeladen werden müssen, damit das Fahrzeug wieder bewegt werden kann. Und auch hier gibt es das Problem der Reichweite, wenngleich dieses bei Motorrollern nicht so ausgeprägt ist wie bei Autos, da diese in der Regel nur im Stadtverkehr beziehungsweise auf kurzen Strecken gefahren werden.
Nichtsdestotrotz gibt es inzwischen mitunter große Unterschiede in der Ausstattung, der Reichweite und vielen anderen Details der verschiedenen Elektroroller. Wir möchten uns diesem Thema annehmen und Ihnen sowohl die wichtigsten Grundlagen zum Thema Elektroroller vermitteln als auch die einzelnen Hersteller und Modelle im Detail vorstellen. Ziel des Ganzen ist es, Ihnen die Auswahl des für Sie am besten passenden Elektrorollers so leicht wie möglich zu machen und diesbezüglich die bestmögliche Hilfestellung zu geben. Wir wünschen viel Spaß und Erfolg bei der Auswahl Ihres persönlichen Traum-Elektrorollers.
Die Geschichte des Elektrorollers
Wer denkt, Elektroroller wären ein Produkt unserer modernen Zeit und würden erst seit wenigen Jahren auf dem Markt angeboten, der irrt sich gewaltig. Bereits im Jahr 1911 gab es das erste Zweirad auf dem Markt, welches durch einen Elektromotor angetrieben wurde. Stellte dieser Roller noch mehr oder weniger eine Hinterhof-Bastellösung dar, war der Weg für die Zukunft jedoch damit schon vorgezeichnet. Wichtig zu wissen ist, dass die Notwendigkeit zum Bau eines Elektroautos in früheren Jahren nicht etwa durch die zur Neige gehenden Ressourcen an Erdöl entstand, sondern aus einem ganz anderen Grund. Viele Unternehmen, die ihre Waren in großen Fertigungshallen produzierten, suchten damals nach einem günstigen Transportmittel, mit dem Arbeiter sowie Material innerhalb dieser Produktionshallen hin und her transportiert werden konnten. Da ein Verbrennungsmotor, der zwangsläufig Abgase ausstößt, für diese Aufgabe denkbar ungeeignet ist, kam man schnell auf den Elektromotor. Und so wurden die ersten Elektroroller als Transportfahrzeuge für den betriebseigenen Verkehr entwickelt.
Natürlich lassen sich diese Fahrzeuge nicht mit den heutigen Elektrorollern vergleichen, die auf dem Markt angeboten werden und von jedermann gekauft werden können. Die altertümlichen kleinen Transportroller hatten eine Batteriekapazität, die lediglich wenige Kilometer Fahrstrecke zuließ, was damals allerdings kein Problem darstellte, da in den großen Fabriken überall Ladestationen verfügbar waren. Soll ein Roller allerdings auf der Straße sind somit im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden, so muss er über eine bestimmte Reichweite verfügen. Die Entwicklung der entsprechenden Akkus, welche diese Reichweite erlauben, stellte daher in der Entwicklung des Elektrorollers die größte Hürde dar. Schon in den fünfziger Jahren versuchten sich einige Unternehmen daran, Elektroroller auch für den öffentlichen Straßenverkehr und für jedermann auf den Markt zu bringen. Es scheiterte damals jedoch fast immer an der Technologie der Akkumulatoren, welche einfach noch nicht ausgereift genug für einen Dauerbetrieb auf der Straße mit nennenswerter Reichweite war.
In den letzten Jahren wurden in diesem Bereich große Fortschritte gemacht. Die modernen Akkus leisten unter Verwendung von Lithium sehr gute Dienste und sorgen dafür, dass respektable Reichweiten auch mit einer vergleichsweise geringen Akkugröße möglich sind. Natürlich ist diese Reichweite nicht vergleichbar mit einem Automobil, beim Elektroroller muss man in der Regel mit 50 bis 150 Kilometern vorlieb nehmen. Wohl bemerkt: Viele Elektro-Automobile schaffen bislang auch kaum größere Reichweiten. Für die Zukunft ist in diesem Bereich allerdings Großes zu erwarten: Neue Akku-Technologien werden schon heute entwickelt und werden morgen dafür sorgen, dass auch ein kleiner Elektroroller durchaus mehrere 100 Kilometer ohne Zwischenladung fahren kann.