Energierückgewinnung (Rekuperation)
Der Gedanke ist fast so alt, wie es Elektroantriebe auf dem Markt gibt. Durch bestimmte Systeme müsste es möglich sein, dem Elektroantrieb während des Betriebs des Fahrzeugs neue Energie zuzuführen, so dass sich die beim Fahren verbrauchte Energie nicht ausschließlich aus der Akkuladung speist, sondern auch aus den unterwegs generierten Energievorräten. Bei solchen Systemen spricht man auch von Rekuperation oder Energierückgewinnung.
Wie könnte man nun solche Energien generieren, die anschließend dem Elektroantrieb zur Verfügung gestellt wird?
Dazu gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Man kann z. B. die kinetische Energie, welche aus dem Abbremsen des Fahrzeugs oder auch aus einer Bergabfahrt entsteht, speichern und anschließend dem System wieder zuführen. Bei Elektroautos wird dieses Verfahren heute schon in großem Umfang angewendet, bei Elektrorollern steht es allerdings noch ganz am Anfang. Die Gründe hierfür sind hauptsächlich die recht hohen Kosten für solche Energierückgewinnungssysteme, die den ohnehin schon teuren Elektroroller nochmals deutlich verteuern würden. Zwar sind mit solchen Systemen durchaus wesentlich größere Reichweiten und eine längere Akkulebensdauer möglich, der Kunde möchte dies jedoch nicht in Form eines noch höheren Kaufpreises bezahlen.
Energierückgewinnungssysteme bei Elektrorollern werden sich in Zukunft also nur dann durchsetzen, wenn diese deutlich günstiger herzustellen sind. Dazu muss zum einen zunächst einmal die Technologie der Akkumulatoren voranschreiten, zu anderen sind intelligente Batterie-Management-Systeme vonnöten, um über die im Akku gespeicherte sowie die während der Fahrt generierte Energie optimal aufzuteilen und dem Antrieb zuzuführen. Der technische Aufwand ist also immens, um die Reichweite eines Elektrorollers durch die Energierückgewinnung wesentlich zu verlängern. Zum heutigen Zeitpunkt stehen Aufwand und Nutzen daher noch in keinem gesunden Verhältnis, dies könnte sich allerdings in naher Zukunft durchaus ändern.
Weiterhin haben Energierückgewinnungssysteme den ungeheuren Vorteil, die Umwelt weiter zu entlasten. Der Strom, welcher aus der Steckdose kommt und in den Akkus beim Aufladen gespeichert wird, muss in der Regel recht aufwändig produziert werden. Auch das kostet Geld und belastet die Umwelt – zum Beispiel durch die Kraftwerke, welche für die Stromerzeugung benötigt werden. Verfügt das Elektrofahrzeug dagegen über bordeigene Systeme zur Stromerzeugung, so können damit die Kraftwerke und in der Folge die Umwelt deutlich entlastet werden.